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1933 war zwar ein schlimmes Jahr, aber vielleicht ein gutes Buch?

Literatur in der 11. Jahrgangsstufe

BRA 1933 B1

Lesefertigkeit, Lesefähigkeit und Lesefreude bei den Schülerinnen und Schülern der FFS wecken: mit Klassikern oder Neuerscheinungen? Jedes Jahr eine Herausforderung.

In diesem Jahr fiel die Wahl für die Lektüre auf ein Buch, das von Insidern enthusiastisch gepriesen wurde: John Fante, 1933 war ein schlimmes Jahr. Anders als der Titel für den deutschen Leser nahelegt, geht es nicht um Hitlers Machtergreifung, sondern um die Weltwirtschaftskrise in den USA und Dominic Molise, Sohn einer italienischen Einwandererfamilie. Dominic ist mitten in der Pubertät und ein begnadeter Baseballspieler. Er hofft verzweifelt, mit diesem Talent seine ärmliche Herkunft zu überwinden.

Für die Auswahl durch die Lehrerin waren folgende Aspekte ausschlaggebend: Es handelt sich um eine Neuerscheinung, man kann sicher sein, dass das Buch nicht schon bekannt ist. Da gibt es eine jugendliche Hauptfigur mit allen Nöten des Alters, das Thema Sport zieht immer, das Thema Einwanderung ist ganz aktuell, Freundschaften und Familienprobleme spielen auch eine Rolle, das Buch ist also gut geeignet als Lektüre für Schülerinnen und Schüler in der 11. Jahrgangsstufe.

Hier einige Schülerurteile, die unterschiedliche Einschätzungen zeigen:

„Das Buch ist sehr geeignet, weil es ein aktuelles Thema widerspiegelt, nämlich die Lage der Flüchtlinge, damals waren es die italienischen Einwanderer, die es sehr schwer hatten. Allerdings schreckt die Jahreszahl 1933 ein wenig ab, da das auf den ersten Blick 'altertümlich' wirkt.“

„Das Buch zeigt, dass man für Vieles dankbar sein kann.“

„Das Buch war nicht langweilig und es steckt auch eine gute Idee dahinter. Aber nicht jeder liest solche direkten Worte, wie sie im Buch verwendet werden, gern.“

„Das Buch ist geeignet, weil die Hauptfigur ungefähr in unserem Alter ist. Außerdem ist die Handlung nicht gerade langweilig. Dennoch hätte ich mir das Buch nicht gekauft, weil ich es zu teuer finde, aber um es in der Schule zu lesen, ist es in Ordnung.“

„Das Buch ist keine gute Schullektüre, weil es zu teuer ist und nicht jeden interessiert.“

„Zuerst war ich skeptisch, da mich das Erscheinungsbild des Buches nicht ansprach und mich Internetrezensionen nicht zufriedenstellten. Dennoch muss ich sagen, dass mir das Buch gefallen hat. Der Schreibstil spricht mich an und macht das Lesen angenehm.“

„Ich wurde immer stärker in das Leben der Hauptfigur hineingezogen und empfand Mitgefühl.“

„Es gibt Schlimmeres, aber freiwillig würde ich das Buch nicht lesen. Das Buch ist für eine so dünne Schullektüre zu teuer.“

„Es ist ein sehr schönes Buch. Es spiegelt wirklich die Situationen von Einwanderern wider und sorgt für genügend Spannung. Die Träume eines Jungen mitzuerleben und zusammen durch Höhen und Tiefen zu gehen bindet den Leser sehr ein. Der Preis ist leider für eine Schullektüre etwas zu hoch, aber die Länge ist in Ordnung.“

„Es ist eine sehr gute Schullektüre, aber es wäre für mich besser, wenn es kein offenes Ende, sondern eine abgeschlossene Handlung hätte.“

„Das Buch war besser als zunächst erwartet. Es ist gut, dass der junge Mann in unserem Alter ist, auch wenn es zu einer anderen Zeit spielt, versteht man Dominic oft. Ich hätte gern noch ein Abschlusskapitel gehabt, in welchem die Zukunft von Dom und seiner Familie beschrieben wird.“

Die Lektüre, die allen gefällt, wurde also leider wieder nicht gefunden, aber die Mehrzahl der Schüler äußerte sich am Ende doch recht wohlwollend. Die differenzierten Äußerungen zeigen zudem, dass die Schülerinnen und Schüler sich durchaus Gedanken zur Lektüre gemacht haben, was ja ein wichtiges Ziel des Unterrichts ist. Und die Taschenbuchausgabe kommt sicher, dann kostet das Buch auch weniger (ist dann aber auch keine Neuerscheinung mehr!).

 

Margarete Brand, StDin

 

Literaturtipp:

John Fante, 1933 war ein schlimmes Jahr, Aufbau Nov. 2017, Taschenbuch, 144 Seiten, 10€