Friedensbotschaft soll durch das Jahr tragen

Glücksmomente für die gesamte FFS-Schulfamilie

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Traditionsbewusste Christen haben den Weihnachtsbaum noch nicht abgeräumt, „St. Knut“ ist da erst am Lichtmesstag, also am 2. Februar. Andererseits ist manch guter Vorsatz, den man in der Weihnachtszeit und vor allem zu Neujahr gefasst hat, Ende Januar vielleicht schon wieder vergessen.

An der Friedrich-Fischer-Schule stellt sich das im Januar 2017 aber doch ein wenig anders dar.

Am 23. Dezember 2016 hatte man begeistert einen „Weihnachtsbasar“ veranstaltet, dessen Highlights das Hauskonzert im Mehrzwecksaal der Schule und der warmherzige Abschluss in der Turnhalle gewesen sein dürften. Dazwischen lagen ein paar Stunden friedliches und ideenreiches Feiern. Hunderte Schülerinnen und Schüler haben mit ihren Lehrkräften und unter der Regie der SMV und der Vertrauenslehrkräfte an der FFS ein Festprogramm auf die Beine gestellt, das Glücksmomente für die ganze Schulfamilie brachte.

 

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Friedensbotschaft trägt

Über 1400 Euro Spendengelder kamen zusammen, weil sich die Schülerinnen und Schüler beim Weihnachtsbasar mit schönen Ideen und Aktionen mächtig ins Zeug gelegt hatten. Von alkoholfreien Cocktails bis zum Kinderpunsch, von Lebkuchen, den Crệpes bis zum Veggieburger oder den Zimtsternen gab`s alles fürs leibliche Wohl, was man sich wünschen mochte.

Hoffnung und Gedenken Das umfangreiche Info- und Unterhaltungsprogramm mit Gesang und Musik, mit Tanz und Sport mit Spieleklassikern und X-Box wurde mit Begeisterung angenommen. Alle dabei eingenommenen Spenden konnten schließlich im Rahmen des feierlichen Abschlusses in der FFS-Turnhalle an Monika Hofmann und Jochen Keßler von der Diakonie Schweinfurt übergeben werden, ehe die ganze Schulfamilie in ein hoffnungsvolles Weihnachtslied einstimmen wollte. Eine Friedensbotschaft also, die man mit dem Gedenken an die Opfer des Attentats vom Berliner Breitscheidplatz am 19. Dezember verbunden hatte und die mit dem festen Vorsatz bekräftigt wurde, dass sie bei jedem Einzelnen und an der FFS übers Jahresende 2016 hinaustragen solle.

 

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Nachhaltige Wirkung

Eine nachhaltige Wirkung der FFS-Spende garantierten Hofmann und Keßler. Ohne Abzug komme der Betrag der ehrenamtlichen Asyl-Arbeit bei der Schweinfurter Diakonie zugute, erklärten beide freudestrahlend. Doppelt erfreulich ist der avisierte Einsatz des Spendengeldes auch deshalb, weil das kleine Hauskonzert der FFS-Schülerinnen und -Schüler im überfüllten Mehrzweckraum der Schule wesentlich zu dem stattlichen Spendenbetrag beigetragen haben dürfte. Schülerinnen und Schüler der Integrationsvorklasse und ihrer Patenklasse, die FS 12a, hatten zusammen mit Corinna Lindacher als Organisatorin der Patenschaft, Fachlehrerin in der Integrationsvorklasse und Motor des Projektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an der FFS ein Konzert mit Musikbeiträgen aus dem Orient und dem Okzident vorgetragen, das zu anhaltenden Beifallsstürmen führte. So viel musikalischer Hochgenuss war schon lange nicht mehr an einer beruflichen Schule. Luisa, Bakry, Majed, Yusef, Sina, Zoheir, Haider, Ahmad und Corinna Lindacher selbst waren die Protagonisten dieses ganz besonders wertvollen und ungewöhnlich musikalischen Weihnachtsgeschenkes für die FFS-Schulfamilie.

Erfreuliche Veränderungen Mag sein, dass die nach Deutschland gelangten Flüchtlinge das Gesicht unseres Landes verändern und dabei von allen Beteiligten höchste Anstrengungen gefordert sind: die Integrationsvorklasse, sie hat die FFS bereits ein wenig verändert. Am 23. Dezember 2016 durften alle, die in der FFS ein- und ausgehen, erkennen und fühlen, welch erfreuliche und hoffnungsfrohe Veränderung das ist.

 

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Besinnlicher Abschluss

Musikalische Weihnachtsgrüße trugen beinahe schon wie alle Jahre wieder auch die Mitglieder des Lehrer-Bläserchores durch alle Räume des Schulhauses - und das mit vier Schülerinnen (Klavier, Geige und Gesang) und einem Schüler (Gitarre) besetzte FOSBOS-Quintett, ließ unter anderem mit Leonard Cohen´s Titel „Hallelujah“ aufhorchen. Auch den feierlichen Abschluss in der Turnhalle begleiteten die Musiker. Gestaltet wurde die Andacht von Pastor Ullrich Kleinhempel, der ganz bewusst seine in Damaskus erworbene Stola umgelegt hatte. Die Sprache Jesu, so Kleinhempel zur Erläuterung, war das Aramäische, also die alte Sprache Syriens. Und so trug Kleinhempel das bedeutendste Gebet der Christenheit, das Vaterunser, auch auf Aramäisch vor. Die Theologin Susanne Kellerhaus erklärte die Bedeutung des Weihnachtsfestes für die Menschheit. „Weihnachten ist wichtig, damit wir die Friedensbotschaft, die von diesem Fest ausgeht, nicht aus dem Blick verlieren.“ Und die Schüler Yusef und Majed erklärten, ehe sie um eine Gedenkminute für die Opfer des Attentats in Berlin baten und ein syrisches Trauerlied sangen, dass sie stellvertretend für alle Schülerinnen und Schüler aus der Integrationsklasse ihr Mitfühlen mit allen Opfern von Terror und Gewalt bekennen wollten.

Spendenübergabe und Friedensbotschaft Schließlich übergaben die SMV-Mitglieder den Spendenerlös aus dem FFS-Weihnachtsbasar an die Diakonie-Vertreter, die ihren herzlichen Dank mit einigen Hinweisen auf die Inhalte der Diakoniearbeit verbanden. Die Friedensbotschaft des Weihnachtsfestes, so wurde dabei noch einmal deutlich, kann jeder auch in seiner täglichen Arbeit weitertragen - und natürlich auch im Ehrenamt.

Schulleiter Harald Bauer dankte sichtlich bewegt allen, die zum Gelingen dieser einfühlsamen und eindrucksvollen Weihnachtsfeier an der Friedrich-Fischer-Schule beigetragen hatten.

 

Rüdiger Klein, StR

Bilder: Jochen Birkmann