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Kleines Industriemuseum, große Nachwirkung

Nicht nur die Asche der Industrialisierung bewahren

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Wo kommt denn eigentlich die „Asche“, die „Kohle“ her, die ein Gemeinwesen in die Lage versetzt, für das soziokulturelle und das soziale Wohlergehen der einzelnen Bürgerinnen und Bürger verantwortlich zu sorgen. Ja, der „Zaster“, er wird noch heutigentags zuerst da erwirtschaftet und verdient, wo Maschinen und längst auch Computer die Schaffenskraft des Menschen vervielfachen.

Wenig leiste die Stadt Schweinfurt für ihr industriekulturelles Gedächtnis, erklärte Wolfgang Rücknagel den Schülerinnen und Schülern der Klassen FS11a und FS11c, die ihren historischen Stadtrundgang mit den Gästeführern Gerhard Peetz und Claudia Helldörfer im „Kleinen Industriemuseum Schweinfurt“ starteten bzw. beendeten. Was Rücknagel damit ansprach, wurde deutlich, als man in die drangvolle Enge in den beiden kleinen Museumsräumen in der ehemaligen Spinnmühle am Mainufer eintauchte. Gegenüber diesem historistischen Mühlenbauwerk ragt am südlichen Stadteingang mit dem Museum Georg Schäfer seit bald zwanzig Jahren ein Kunsttempel der Superlative auf, der Schweinfurts nationalen Ruf als Stadt von Industrie und Kunst trefflich mehrt.

Karges Schattendasein

Das „Kleine Industriemuseum Schweinfurt“, das von ehrenamtlich tätigen Museumsfreunden geführt werde, die vormals in den Schweinfurter Industrie-, Handwerks- und Gewerbebetrieben gearbeitet hätten, führe dagegen ein karges Schattendasein, erklärte Rücknagel den Schülerinnen und Schülern, die von den Lehrerinnen Christine Stojkovic und Julia Volk und dem Lehrer Rüdiger Klein vorbereitet und begleitet wurden.

Man wolle in diesem kleinen Industriemuseum aber nicht nur die Asche der Erfindungen und technischen Revolutionen bewahren, die Schweinfurt zu Weltruhm verholfen hätten, fügte Rücknagel an. Friedrich Fischers Kugelmühle von 1883 oder die Torpedo-Freilaufnabe und die Sachs-Motoren, sie haben die Menschheit bewegt und sie treiben noch heute den Fortschritt an, verwies Rücknagel temperamentvoll darauf, was man alles an Inkunabeln des industriellen Welterfolges in den schlichten Regalen des kleinen Museums aufbewahre, aber längst nicht angemessen präsentieren könne.

Gedächtnisauffrischung

Eine kluge Unternehmenspolitik der Familien Fischer, Fries und Höpflinger, Sachs und Schäfer, so Rücknagel schließlich, habe dazu geführt, dass der Hightech-Industriestandort Schweinfurt heute noch so viel Schwung habe, dass man sich so bedeutende Kulturbauten wie das Museum Georg Schäfer oder die Kunsthalle im ehemaligen Ernst Sachs Bad leisten könne. Und die Schülerinnen und Schüler beider Klassen zeigten sich durchaus begeistert von Rücknagels klarer Sprache, mit der er die Dinge geradezurücken suchte. Man wusste nun, woher „Asche“, „Kohle“ oder auch „Zaster“ für die Kunst und das soziale Wohlergehen aller in Schweinfurt, Franken, Bayern und der Bundesrepublik oder der Europäischen Union kamen und kommen. Die Gedächtnisauffrischung war gelungen, das Vergnügen an der Kunst in der Kunsthalle Schweinfurt um so größer.

Rüdiger Klein, Oberstudienrat i. BV.

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