Überpünktlich starteten wir am ersten Sonntag im Mai eine besondere Reise: Mit Erasmus+ nutzten wir die Gelegenheit zu einem zweiwöchigen Praktikum im Kindergarten in der kroatischen Hauptstadt, Zagreb.
Spannend und etwas surreal zugleich, so fühlte es sich an, als wir das Flugzeug betraten. Gut angekommen und guter Laune starteten wir am Montag ins Praktikum. Bereits am ersten Praktikumstag konnten wir viele Eindrücke in den etwas anderen Kindergartenalltag gewinnen.

Trotz großer, altersgemischter Gruppen gab es viele Möglichkeiten für die Kinder: Neben der Förderung der englischen, aber auch der deutschen Sprache und Internationalisierung, ist Nachhaltigkeit ein Schwerpunkt. Diese beiden Aspekte wurden beim Bau eines Insektenhotels geschickt kombiniert, denn die Kinder lernten zuvor spielerisch das dazu passende Vokabular.

Auch beim mitgebrachten Spiel „Können Schweine fliegen“, das wir gemeinsam mit den Kindergartengruppen „žabe“, „bubamara“ und „krijesnice“ gespielt haben, konnten die Kinder vieles Lernen: Die Eigenschaften der Tiere, sowie die Zahlen bis sechs auf Deutsch.
Oft ging es auch in die Sporthalle: Zum Austoben und Rennen, aber auch zum BrainGym. Zu Musik mussten im Rhythmus Gegenstände weitergegeben werden. Hierbei werden Gedächtnis, Rhythmusgefühl und Ausdauer der Kinder geschult.
Auffallend – im Vergleich zu Praktika in Kindergärten in Deutschland – war die große Selbständigkeit und Freiheit der Kinder bei der (Mit-)Gestaltung ihres Kindergartentags. Einen besonderen Stellenwert nimmt auch die Wiederverwendbarkeit von Materialien ein: Alte Stoffmasken aus der Corona-Zeit wurden zu einem Geschenktäschchen upgecycled. Dieses bekamen wir - mit selbstgemachter Seife gefüllt - von den Kindern überreicht.
Am Wochenende standen Natur und Entspannung auf unserem Programm:
Wir besuchten am Samstag den Nationalpark der Plitvicer Seen. Die Wanderung durch die Naturkulissen der Seen war mit einem beeindruckenden Wasserfall sowie einer Bootsfahrt durch das türkisfarbene Wasser verbunden.

Am darauffolgenden Sonntag fuhren wir nach Rijeka, wo wir den Tag am Strand und im Meer verbrachten. Das Wasser war noch etwas frisch, aber nach kurzer Überwindung hatten wir viel Spaß und auch die zahlreichen Meerestiere konnten uns nichts mehr anhaben.
In unserer zweiten Woche nahmen die Vorschulkinder an einem Child-Assault- Prevention-Programm, einem Training zur Prävention von Kindesmissbrauch, teil. Obwohl die Einheiten auf Kroatisch durchgeführt wurden, konnten wir viele Interaktionen verstehen und waren beeindruckt davon, wie viel Verständnis die Kinder davon hatten, was es bedeutet, sicher, stark und frei zu sein. Unserer Ansicht nach ist es sehr wichtig, dass Kinder bereits in so jungen Jahren sensibilisiert werden und lernen, für sich einzustehen, indem sie ihre persönlichen Grenzen kennenlernen und diese kommunizieren können.
Ein weiteres Angebot, das wir mit den Kindern durchgeführt haben, war das Einstudieren von Bewegungen zu Kinderliedern. Dabei suchten wir uns drei Lieder unterschiedlicher Schwierigkeit aus, sowohl englischer als auch deutscher Herkunft. Die Kinder waren sehr motiviert und zeigten dies durch ihre aufmerksame Beobachtung beim Vormachen der Bewegungen.

Zuletzt - nachdem wir zwei Wochen lang vor allem Pizza und Pasta in allen Varianten gekocht hatten – stand als Abschlussabendessen der Besuch eines typisch kroatischen Restaurants auf unserem Programm.
Jonna Brehm, Linn Keidel, Nora Meder, Nils Selbert und Jule Spielman, alle FS11c mit den Lehrkräften Verena Hebig, OStRin, und Bettina Jacob, StRin