Warum der Europäische Wettbewerb für die FVklb mehr als eine Leistungserhebung war

Im Fach Geschichte/Politik und Gesellschaft nahm die FVklb unter Anleitung von StRin Carmen Kriener am diesjährigen Europäischen Wettbewerb teil. Der Wettbewerb, einer der ältesten Schülerwettbewerbe Deutschlands, lädt junge Menschen dazu ein, sich mit aktuellen europäischen Fragestellungen auseinanderzusetzen – offen, kreativ und mit Bezug zur eigenen Lebenswelt.
Nach Rücksprache mit der Klasse und der Schulleitung wurde die Kurzarbeit des ersten Schulhalbjahres durch diesen alternativen Leistungsnachweis ersetzt. Statt unter Zeitdruck Inhalte zu lernen, arbeiteten die Schülerinnen und Schüler allein oder in Gruppen an einem selbstgewählten Projekt zu einem der altersspezifisch vorgegebenen Rahmenthemen. Voraussetzung war ein klarer Europabezug sowie die differenzierte Auseinandersetzung mit den Menschenrechten, die auch im Lehrplan einen zentralen Schwerpunkt bilden.
Die Ergebnisse waren äußerst vielfältig und kreativ. Neben Formaten wie einem Podcast, Videos, einem Bild, einer Collage und einer Kurzgeschichte entstanden auch sehr persönliche und ungewöhnliche Arbeiten: ein eigens entwickeltes Spiel, ein europäisches Nageldesign oder ein Video, in dem selbst gebastelte Figuren in einer kleinen szenischen Puppenperformance ein Interview zu Menschenrechten führten. Alle Beiträge zeigten, dass politische Themen auf ganz unterschiedliche Weise bearbeitet und verstanden werden können.
Auffällig war die hohe Arbeitsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Viele investierten mehr Zeit als erwartet, planten ihre Projekte selbstständig und setzten sich intensiv mit ihren Themen auseinander. In den Rückmeldungen wurde dies deutlich: „Ich fand gut, dass wir unsere eigene Idee umsetzen durften und nicht alle das Gleiche machen mussten“ oder „Man merkt sich mehr, wenn man etwas selbst gestaltet“.
Inhaltlich zog sich eine zentrale Erkenntnis durch viele Arbeiten: Menschenrechte sind keine Selbstverständlichkeit. Mehrere Projektergebnisse machten deutlich, dass diese Rechte ein Privileg sind, das geschützt werden muss – auch in Europa. Eine Schülerin brachte es treffend auf den Punkt: „Ich habe gelernt, dass Menschenrechte nichts sind, was einfach da ist. Man muss sie wertschätzen und verteidigen.“
Die Teilnahme am Europäischen Wettbewerb erwies sich damit als gewinnbringend für den Unterricht und die Lerngruppe. Sie ermöglichte eine aktive Auseinandersetzung mit politischen Inhalten, förderte Eigenverantwortung und Motivation und zeigte, dass Lernen besonders nachhaltig ist, wenn Schülerinnen und Schüler Gestaltungsspielräume erhalten.
Carmen Kriener, StRin